Dhal – Indisches Linsengericht


Zutaten

  • 400g rote Linsen (trocken)
  • Ein Stück Ingwerwurzel
  • 2 Teelöffel Kurkumapulver (Gelbwurz)
  • 3 Esslöffel Sonnenblumenöl oder Ghee (geklärte Butter)
  • ½ Teelöffel Chillipulver
  • Eine Prise Asafötida (Stinkasant oder Teufelsdreck; mehr unter http://www.uni-graz.at/~katzer/germ/Feru_ass.html)
  • 2 Teelöffel Kreuzkümmelpulver
  • 2 Teelöffel Korianderpulver
  • Ein Bund frischer Koriander
Gibt es Orte für Speisen? Mein Dhal-Ort läge nicht in Indien sondern in London. Ein paar Strassen hinter Waterloo Station. Dort wo Touristen merken, dass sie vom Bahnhof in die falsche Richtung gegangen sind. Lower Marsh war ein berüchtigter Londoner Strassenmarkt, auf dem seit Viktorianischer Zeit Dirnen, Taschendiebe und betrunkene Arbeiter an Wochenenden ein taumelndes Lebensfest feierten. Das Lebensfest findet heutzutage anderswo statt, doch das Genie des Ortes zieht den Irrenden auch an einem menschenleeren Nachmittag noch magisch an.
An der Hausnummer 30 lässt der Hunger uns innehalten. Das kleine Lunch-Restaurant Marshruby lockt mit Curry of the Day und einer Ausstattung, die das lieblos-Zufällige eines Stehimbiss überwunden hat, ohne in das lieblos-Glatte einer Fastfood Kette oder Design-Tempels abgeglitten zu sein. Das Team freut sich nach geschlagener Mittagsschlacht, den späten Gast besonders aufmerksam bedienen zu können. Wir nehmen am niedrigen Tresen Platz, lassen uns die Finessen der zwei angebotenen Curry’s erklären und geniessen kurz darauf Free range coconut Chicken Curry und dazu ein Organic Dhal.
Und kommen dann - berauscht vom Asafötida ? - ins Philosophieren. Über die Freude, bewirtet zu werden. Ohne Anmaßung in der Form. Jedoch mit dem Anspruch, Wichtiges mit Liebe richtig zu machen. Und sinnen schliesslich darüber nach, welche Freude es wohl sein muss, mit diesen Grundsätzen zu bewirten. But that’s another story.
http://www.marshruby.com/home.htm

Die roten Linsen mit ungefähr einem Liter Wasser in einen grossen Topf geben und zum Kochen bringen. Den fein gehackten Ingwer und das Kurkumapulver hinzugeben und für 10 bis 15 Minuten kochen lassen bis die Linsen zu einem gelb-orangen Brei geworden sind, in dem einzelne Linsenkörper noch sichtbar Struktur geben und beim Verkosten mit der Zunge fühlbar sind.
Die restlichen gemahlenen Gewürze entfalten ihr Aroma beim „Roasting": dazu wird Öl (oder Ghee) in einer Pfanne auf mittlere Hitze erwärmt, die Gewürze hinzu gegeben und 2-3 Minuten unter ständigem Rühren leicht angeröstet - bis der Zauberduft indischer Küche der Pfanne entsteigt.
Wir beruhigen uns wieder, mischen den Pfanneninhalt sorgsam unter die Linsen und servieren das ganze mit frischem Koriander.

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