Gulasch - Pörkölt






Zutaten
  • 1 Kg Rindfleisch, nicht zu mager 
  • 250g Zwiebeln
  • 100g Schmalz oder Sonnenblumenöl
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2-3 mittlere Tomaten
  • 25g Paprikapulver, je nach Geschmack, z. B. 10g Scharfes und 15g Mildes gemischt.
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1/8 Rotwein
  • 5 EL Crème Fraiche, Mehl


Im ersten Augenblick hielten sie etwas Abstand und schauten sich erstaunt an. Als wären sie erschrocken vor dem, was eben aus ihnen heraus gebrochen war. Und sie suchten prüfend den Blick des anderen, ein wenig verunsichert, ob er denn das gleiche empfunden hatte.
Er lag auf dem Rücken, und sein Brustkorb hob und senkte sich. Dann erst drehte er sich zur Seite und war ihrem Gesicht so nahe, dass er sich in ihren Pupillen spiegelte. Ihre Wangen waren noch gerötet und sie hatte ihr langes blondes Haar notdürftig in Nacken verknotet.



Die graublauen Augen strahlten hell; das linke Auge war kaum merklich zugekniffen und sah besonders verwegen aus.
„Guten Morgen“, sagte sie jetzt, mit fröhlich schwingender Stimme.
„Guten Morgen“, antwortete er schmunzelnd.
„Jetzt ist der Morgen erst gut“, sie wischte ihm die nass geschwitzten Haare aus der Stirn und strich über seine Wange.
„Geht es dir gut, meine Liebe?“
„So gut wie möglich.“
„Wir waren ausgehungert“.
„Kann das sein, nach ein paar Stunden?“
„Es ist deine Schuld.“
„Du bist unersättlich.“
„Es sind deine Küsse“
„Wie sind ineinander gerutscht, da kann man gar nichts machen“


Erschrocken waren sie manchmal wenn sie voneinander abließen, aber sie schämten sich nicht. Eigentlich hatten sie sich nie geschämt. Sie waren aufeinander gestoßen, hatten liebevoll miteinander gesprochen, waren behutsam in den anderen gedrungen. Mit Worten zuerst. Im Küssen aus der Zeit entflohen. Die warme Haut gefühlt, den anderen ertastet, entblößt und entdeckt. Eröffnet schließlich, hingeben und einander verfallen. Mit geschlossenen Augen am Anfang, und später dann hellsichtig in ihrem eigenen Rhythmus verschmolzen


„Du schmeckst nach mir!“, sagte er überrascht, als sie sich wieder geküsst hatten „Ich schmecke meinen Schweiß in deinem Mund“.
Sie nahm seine Hände und führte sie zum Gesicht. „Und ich rieche mein Geschlecht an deiner Hand“.
Sie zog die Decke über die nackten Körper, und lege ihren Arm um seine Hüfte.
„Du riechst gut am Morgen.“.
„Ich rieche nach dir“
„Wir riechen nach einander.“
„Wir haben uns vermischt.“
„Ich liebe dich“
„Ich liebe dich“


Sie hatte ihren Arm über dem Kopf ausgestreckt, er strich mit seinem Daumen über die gewellte Haut ihrer Achselhöhle und befühlte die kaum wahrnehmbaren Haarstoppeln.
Ihr Oberkörper glänzte von seinem Schweiß.
„Du hast Haare auf der Brust.“ Lachend wischte er über die weiche Haut zwischen ihren Brüsten, gab mit dem Daumen wie beiläufig etwas Nachdruck und schaute sie ernsthaft an.
Langsam ließ er seine Hand über ihren Körper gleiten und fühlte die Wärme ihrer Haut. Er umfasste fest ihren Rücken und drückte sie an seinen Oberkörper. Zärtlich streiften sich ihre Wangen und er flüsterte zögernd in ihr Ohr:
„Du bist wie eine Gulaschsuppe.“
„Gulaschsuppe?“, sie zuckte zurück. Eine feine senkrechte Falte hatte sich über ihrer Nasenwurzel gebildet und sie schaute ihn mit ihrem leicht zugekniffenen linken Auge an.
„Du schmeckst eben bei jedem aufwärmen noch besser“, erklärte er etwas unbeholfen und brachte sich schnell unter der Bettdecke in Sicherheit.



Rezept
Das Fleisch in Würfel mit ca. 3 cm Kantenlänge schneiden. Die Zwiebeln mittelfein hacken, den Knoblauch zerquetschen und zusammen im Fett glasig dünsten. Den Topf vom Herd nehmen, das Paprikapulver unter die Zwiebeln mischen und gut umrühren. Das Fleisch dazugeben und unter ständigem Rühren anbraten lassen. Dann mit etwas Wasser ablöschen, kochen lassen und von Zeit zu Zeit umrühren. Das Fleisch sollte für ca 2 Stunden in der Soße bei mittlerer Hitze kochen – wobei die Soße intensiv und von mittlerer Konsistenz sein sollte - weder zu wässrig, noch zu dick. Falls nötig ein wenig Wasser angießen und umrühren. Alternativ den (feuerfesten) Topf in den Ofen schieben und zudeckt bei ca 180 Grad schmoren lassen. Nach ca. einer Stunde die Tomaten würfeln und hinzugeben.


Gegen Ende der Kochzeit Salzen und mit Tomatenmark, Crème Fraiche und Rotwein abschmecken. Wenn man die Soße etwas eindicken möchte, kann man die Crème Fraiche mit 2 EL Mehl vermischen. Dazu schmecken handgemachte Spätzle oder Reis.


Fotos: Videostill, Tatort, Die Heilige

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